So holen sich MieterInnen schneller ihre Kaution zurück

Vor diesem Dilemma stehen MieterInnen immer wieder: Der Umzug steht an, Kartons wollen gepackt und geschleppt werden, die Freunde verabschieden, manchmal muss noch die Wohnung gemalert werden. Hinzu kommt die Sorge um das Geld. Denn für die neue Wohnung muss schon die Kaution gezahlt werden und dies in erheblicher Höhe. Zwei bis drei Nettokaltmieten fordern VermieterInnen meistens. In Zeiten steigender Mieten ist dies für viele eine schwere Belastung. Schließlich muss neben der Kaution noch die normale Miete erbracht werden. Währenddessen lassen sich die alten VermieterInnen mit der Rückzahlung Zeit. Was kann ich tun, um schneller an mein Geld heranzukommen?

Sechs Monate muss ich aber ohnehin warten, oder?

Es hat sich eingebürgert, dass die Kaution meistens nicht vor Ablauf von sechs Monaten nach Auszug zurückgezahlt wird. Um die letzte Nebenkostenabrechnung zu erstellen, haben VermieterInnen sogar zwölf Monate Zeit (§ 556 Abs. 3 BGB) und nicht selten wird deshalb die ganze Kaution bis ein Jahr nach Auszug oder länger zurückgehalten. Für VermieterInnen und Banken ist das bequem. Denn so können sie weiter mit Ihrem Geld arbeiten. Bitten von MieterInnen, die darauf hinweisen, dass die Wohnung doch ohne Beanstandungen übergeben wurde, werden abgeschmettert oder gar nichts erst beantwortet. Doch ist das überhaupt rechtens?

Um es ganz klar zu sagen: Nein. Denn eine starre Frist von sechs Monaten steht in keinem Gesetz. Und auch die Gerichte sprechen immer nur von einer „angemessenen Frist“. Die in der Praxis häufig anzutreffenden sechs Monate stammen vermutlich aus § 548 BGB. Danach müssen VermieterInnen Ansprüche innerhalb von sechs Monaten ab Auszug geltend machen, sonst sind die Ansprüche verjährt. Das heißt aber nicht, dass sie sich sechs Monate Zeit lassen dürfen, ihre Ansprüche zu prüfen. Denn da die Kaution nicht ihnen gehört, müssen VermieterInnen unverzüglich ans Werk schreiten. Und wenn sie keine Ansprüche benennen können, muss die Kaution zurückgezahlt werden. Dies hat auch der Bundesgerichtshof bestätigt.

Drei Schritte zum Erfolg

1. Schreiben Sie zwei Wochen nach Auszug an Ihren Vermieter. Fordern Sie eine Auskunft, wann die Rückzahlung der Kaution erfolgen wird. Fragen Sie nach, welche Gründe einer früheren Auszahlung im Wege stehen. Weisen Sie darauf hin, dass konkrete Ansprüche gegen Sie benannt werden müssen. Zwar können einem Vermieter mehr als zwei Wochen Zeit zustehen, um die Ansprüche abschließend zu prüfen (zum Beispiel um ein Angebot einer Handwerkerfirma einzuholen). Doch kann er schließlich dann schon benennen, wohin die Reise ungefähr gehen soll. Ein einfacher Hinweis auf die Überlegensfrist von sechs Monaten ist jedenfalls unzulässig. Nebenbei können Sie auch schon mal eine Auskunft über die Höhe der Zinsen der Kaution fordern! Setzen Sie für die Antwort eine Frist von vier Wochen.

2. Angenommen, der Vermieter kann keine Ansprüche benennen. Er oder sie verweist allein auf eine potenzielle Nachforderung aus der nächsten Nebenkostenabrechnung. Dann können Sie die Auszahlung des Teils der Kaution verlangen, der die potenzielle Nachforderung übersteigt! Die zu erwartende Nachforderung berechnen Sie folgendermaßen: Summe der Ergebnisse der letzten drei Nebenkostenabrechnungen, geteilt durch drei. So haben Sie schon nach ein bis zwei Monaten einen guten Teil der Kaution wieder auf Ihrem Konto.

3. Holen Sie sich anwaltliche Hilfe. Denn leider ruhen sich weiterhin zu viele VermieterInnen auf der sicher geglaubten Zeit von sechs Monaten oder mehr aus. Auf ein anwaltliches Schreiben reagieren VermieterInnen anders. Denn sie merken nun, dass Sie Ihr Begehren ernst meinen.

Die Vertretung durch einen Anwalt muss nicht teuer sein. Besteht eine Rechtsschutzversicherung kann ich ggf. kostenneutral für Sie tätig werden. Wenn Sie Anspruch auf einen Beratungshilfeschein haben, kostet Sie die Beratung und außergerichtliche Vertretung bei mir nur 15 Euro. Hat Ihr Vermieter die Auskunft nach Punkt 1 schlicht verweigert, kann ich unter Umständen auf Kosten des Vermieters tätig werden. Kontaktieren Sie mich gerne für ein unverbindliches Angebot!

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