Elterngeld und ElterngeldPlus - So holen Sie mehr raus

Das Elterngeld soll verhindern, dass Eltern mit Kleinkindern einen völligen Verdienstausfall erleiden, wenn sie sich um ihre Kinder kümmern. Es ersetzt also (teilweise) den früheren Verdienst. Eltern können sich auch für einen Verbleib in einer Teilzeitstelle entscheiden und so die Bezugsdauer des Elterngeldes von höchstens 14 auf höchstens 36 Monate verdoppeln. Das nennt sich dann ElterngeldPlus.

Einen Anspruch auf Elterngeld haben Mütter und Väter, wenn sie das Kind selbst betreuen und mit ihm in einem Haushalt leben. Das Gleiche gilt auch für Ehe- und Lebenspartner eines Elternteils die keine leiblichen Eltern sind. 

 

 

 

 

Wie stelle ich den Antrag?

Der Antrag muss immer bei der zuständigen Elterngeldstelle gestellt werden. Das für ihr Bundesland passende Formular und die zuständige Elterngeldstelle find sie hier.

Wichtig: Elterngeld wird maximal 3 Monate rückwirkend gezahlt. Denken Sie also daran den Antrag rechtzeitig zu stellen.

Im Formular können die Eltern frei untereinander aufteilen, wer für welchen Zeitraum Elterngeld beantragt. Die Aufteilung kann notfalls später noch einmal abgeändert werden. Ein Elternteil kann dabei mindestens 2 und höchstens 12 Monate Elterngeld beantragen. Beim ElterngeldPlus sind es dann bis zu 24 Monate pro Elternteil. 

Für Alleinerziehende gibt es sogar bis zu 14 Monate Geld vom Staat (bzw. bis zu 28 Monate beim ElterngeldPlus).

 

Wie hoch ist das Elterngeld?

Das Elterngeld orientiert sich an ihrem früheren Einkommen. Dabei erhält man mindestens 300 und höchstens 1.800 EUR. Für die exakte Berechnung empfehle ich den Elterngeld-Rechner des Familienministeriums.

 

Wie holt man mehr aus dem Elterngeld raus?

Je höher das Nettogehalt vor der Geburt ist, desto höher fällt auch das Elterngeld aus. Hier kann man etwas nachhelfen:

Für verheiratete Paare kann es sinnvoll sein, vor der Antragstellung die Steuerklasse zu wechseln. Dies sollte jedoch mindestens 7 Monate vor der Geburt erfolgen.

Darüber hinaus kann sich eine Abmachung mit dem Arbeitgeber über Einmalzahlungen, wie beispielsweise das Weihnachtsgeld, lohnen. Wird das Weihnachtsgeld nicht als Einmalzahlung, sondern im regulären Gehalt überwiesen, erhöht sich so auch das Nettoeinkommen und damit auch das Elterngeld.

 

Was ist sonst noch zu beachten?

Wie es oft im Umgang mit Behörden ist, können Form- oder Fristfehler dazu führen, dass Ihnen das Elterngeld nicht vollständig gezahlt wird. Bei der Antragstellung sollten Sie deshalb genau beachten, wo sie ein Kreuz setzen und dass alle Lohnnachweise vollständig und zur richtigen Zeit bei der Behörde vorliegen. Falls die Behörde das Elterngeld fehlerhaft berechnet hat, kann gegen den Bescheid auch Widerspruch oder Klage eingereicht werden.

In Berlin und in anderen Großstädten kann es vorkommen, dass die Auszahlung lange auf sich warten lässt. Für Betroffene kann dies Probleme mit der Miete oder anderen finanziellen Verpflichtungen bedeuten. Und das in einer Zeit in der sie mit anderen Dingen beschäftigt sind. Hier kann ein auf Vorschuss gerichteter Antrag und eine einstweilige Anordnung helfen.

Wer Arbeitslosengeld I bezieht, der erhält als Kindergeld nur einen Sockelbetrag von 300 EUR. 

Beziehern von Arbeitslosengeld II wird das Elterngeld vollständig als Einkommen angerechnet. Es wird dann also in voller Höhe vom Arbeitslosengeld II abgezogen, so dass Sie vom Elterngeld leider keinen Vorteil haben. 

 

Links

Elterngeld-Rechner

Elterngeld-Antrag

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